Invocavit

Der erste Fastensonntag begann damit, dass ich die Sonntagsspeise auf Montag verlegt habe. Da war eigentlich ein Klausurvormittag vom Referat für Kommunikation und Fundraising geplant mit anschließendem Essengehen. Ich komme durch Corona noch seltener raus als ohnehin schon, darum wollte ich mit dem Termin für die Sonntagsspeise nicht an der falschen Stelle kleinlich sein.

Die beschriebene Sonntagsspeise am Montag mit dem Fastenkalender, der darum auch am 07. März aufgeschlagen ist.

Doch dann mussten wir die Klausur wegen einer Quarantäne kurzfristig verschieben, sodass ich mir statt dessen etwas Leckeres von einer recht neuen Pizzeria hier nach Hause liefern ließ: Drei Drumsticks mit Aioli, dazu vegane Pizzabrötchen mit einer Füllung aus Möhren und getrockneten Tomaten und einem Blumenkohl-Basilikum-Dip. Klingt abgedreht, schmeckte aber himmlisch.

Weiterlesen „Invocavit“

Esto mihi

Fastenzeit. Nachdem das Fasten im vorletzten Jahr wegen des Umzugs ausfiel und nach einer light Version im letzten Jahr wegen Corona, startete ich dieses Jahr wieder mit dem vollen Programm: Verzicht auf Alkohol, Fastfood, Süß- und Salzigkeiten bei einer moderaten Ausnahme jeden Sonntag.

Das Hungertuch, aufgehängt im Altarraum, dahinter drei sehr bunte Fenster.

Während im Februar langsam Vorfreude in mir aufstieg und ich anfing zu planen und meine Rezepte zu sortieren, war ich, als es Aschermittwoch zum Schwur kam, trotzdem ziemlich pissig:

Weiterlesen „Esto mihi“

Was bisher geschah

Nachdem ich im Januar von allem zu viel hatte, war der Urlaub Anfang Februar ziemlich träge und unspektakulär, ich war zu platt für irgendwas. Aber dass ich seit dem wieder jede Woche zur Wassergymnastik gehe, ist ein Segen. Außerdem begann ich wieder, täglich mein Arbeitspensum zu notieren und sprach an, was anzusprechen war, wenn ich damit auch noch nicht ganz fertig bin.

Und dann ist Krieg. Mir fällt nichts Kluges ein, was ich über die Ereignisse schreiben könnte, darum lasse ich es sein, ob vorerst oder grundsätzlich, weiß ich noch nicht. Statt dessen mache ich mit Corona weiter, was auch irgendwie merkwürdig ist. Ich gebe mir Mühe, ein anständiges Leben zu führen und habe ein schlechtes Gewissen.

Zu Covid gehört, dass es manche Entwicklungen beschleunigt. So rufen Obdachlose und Menschen in finanziellen Nöten jetzt mit dem Handy an, um ihre Anliegen zu schildern. Wie bei den Geflüchteten zeigt sich, dass das Smartphone mittlerweile zum Grundbedarf gehört und selbst in sehr prekären Lebensverhältnissen unverzichtbar ist, um das Leben zu organisieren.

Weiterlesen „Was bisher geschah“

Was bisher geschah

Seit einigen Jahren zeigte sich, dass ich nicht mehr so gut höre. Auch als Diagnose war es irgendwann bekannt, aber ein Hörgerät stand noch nicht zur Debatte. Hinzu kam, dass ich Geräusche nicht gut filtern kann, was allerdings nicht am Ohr, sondern an den zuständigen Synapsen liegt.

Das Hörgerät mit schwarzem Deckel, transparentem Corpus und einer kleinen Reihe dunkelblauer Buchstaben und Ziffern darauf als "Nummernschild".

Letztes Jahr wurde mein Hörvermögen schließlich so viel schlechter, dass ich im Herbst einen Termin bei einer HNO machte. Dieser verlief ausgesprochen schrecklich: Da der Hörtest durch zu viel richtiges Raten und ein im Standardverfahren fehlendes Tool teilweise auf der Grenze lang, nahm mich die Ärztin nicht ernst und ließ mich wie eine Schülerin abblitzen („Dann müssen Sie sich halt weiter nach hinten setzen.“), ohne auch nur einmal nach meinen Beschwerden zu fragen. Ich sollte in zwei Jahren wieder kommen oder wenn ich nicht mehr zurecht käme. Letzteres hatte ich seit der Terminvereinbarung der jeweiligen MFA bei jedem Untersuchungsschritt geantwortet, wenn ich sagen sollte, was mein Anliegen wäre. Dann von einer Ärztin so behandelt zu werden, war ein Scheißgefühl.

Weiterlesen „Was bisher geschah“

Florilegium

Es begann aber die Krankheit, wie man behauptet, zuerst in demjenigen Aethiopien, das jenseits Egypten’s liegt. […] Die Andern, die gesund waren, ergriff ohne eine äussere Veranlassung plötzlich zuerst heftige Hitze im Kopfe. […]
Denn die Gewalt dieser Gattung von Krankheit […] raffte alle ohne Unterschiede hin, nach welcher Heilart man sie auch behandelte. […] Denn wollte man aus Furcht sich einander nicht nähern, so starben die Kranken ohne Beistand, […] kam man aber mit den Kranken in Berührung, so war man verloren. […] So starb alles durcheinander weg.
Sterbende lagen übereinander, und so blieben die Leichname liegen. So überließen sie sich, überwältigt von dem Unglücke, der Geringschätzung alles Göttlichen und Menschlichen ohne Unterschied. […] Denn ungescheuter wagte man nun, was man sonst, ohne seine Gelüste offen zu befriedigen, verheimlicht hatte […]. Keine Furcht vor den Göttern, kein menschliches Gesetz gab eine Schranke.

Thukydides: Die Pest in Athen (Ende 4. Jh. v. Chr.),
in: Thukydides. Geschichte des Peloponnesischen Krieges, übersetzt von Christian Nathanael Osiander, Bd. 1.2, Stuttgart 1826, S. 184-190.

Gefunden von Frau von Grün.

Florilegium

Benedikt hat die Weihnachtsreliquien aufs Korn genommen: Erst hier, dann hier.

Feministische Christmas carols, himmlisch böse: Hyrrs statt Hymns.

Sandra Kreisler (ja, genau) unterhält einen Podcast.

An Silvester ist Betty White gestorben, zwei Wochen vor ihrem 100. Geburtstag:
Thank you for being an friend.“

Auch Bettina Gaus ist tot. Zum Gedenken ein großes Interview mit ihr.

Über Angela Merkels Abschied wurde viel geschrieben. Hier ein Artikel über
den Zapfenstreich im Allgemeinen und einer über das Te Deum im Besonderen.

Kloster Barsinghausen hat eine neue Äbtissin.

Christiane Florin feiert 50 Jahre Pastoralreferentinnen samt damaliger Klamotte.

Miles Davis veröffentlichte 1986 das Album Tutu, das er Bischof Desmond Tutu
(1931-2021) widmete. Es begann so: