Ein verhangener Sonntag

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Der Sonntag war in mehreren Hinsichten verhangen. Also ging ich raus, um mich ein wenig umzusehen und zu bewegen. Zuerst fuhr ich zum Jüdischen Friedhof von Bad Driburg, der ruhig und malerisch neben der örtlichen Jugendherberge liegt. Auf dem Denkmal zur Schoah sind sämtliche ermordeten Juden der Stadt genannt und auf der Rückseite entschuldigen sich die Erbauer: „Dahingeschiedene – verzeihet, dass Brüche eurer Grabsteine hier Verwendung fanden“.
Anschließend sah ich mir die ehemalige Synagoge an, auf die mich ein Schild am Friedhof aufmerksam gemacht hatte. Man erkennt an den drei großen Toren, dass sie 1941 in ein Spritzenhaus umgewandelt worden war. Ein Schaukasten dort zeigt Fotos der Ermordeten und nennt ebenfalls ihre Namen. Sowohl auf dem Friedhof als auch an der Synagoge bin ich zum ersten Mal gewesen.

In Paderborn aß ich beim Spanier einen Salat Caesar zu Mittag. Auf dem Rückweg besuchte ich die Gaukirche St. Ulrich, eine romanische Pfeilerbasilika mit barocker Westfassade, direkt neben dem Dom gelegen und von nahezu protestantischer Schlichtheit. Wieder zu Hause setzte ich Essig mit Johannisbeeren aus dem Pfarrgarten an.

Bob Dylan in Krefeld

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Dass ich Donnerstag bei Bob Dylan war, kann man hier ausführlich nachlesen, jetzt kommen noch die Bilder hinterher:

Im Zug zum ersten Mal die neuen Kopfhörer dabei und den kleinen Vogel, den mir die Wanderfreundin aus ihrer Werkstatt zu Weihnachten gab. Der hat nämlich einen Druckknopf unter dem Flügel, sodass man Kopfhörer- oder Ladekabel um ihn herum wickeln kann, damit sie nicht verheddern. Angekommen im Hotelzimmer und gleich ein Dylan-T-Shirt angezogen. Am Merchandisingstand gab es noch mehr davon, außerdem hatten sie im Krefelder KönigPalast Benediktiner Weißbier im Ausschank. Spätes Foto von den Zugaben, wenn die Ordner nicht mehr so streng sind, anschließend draußen von der Veranstaltungstafel. Ein neues T-Shirt, ein Kopftuch und ein Programmheft erbeutet. Hotelfrühstück am nächsten Morgen mit Rührei, Speck, Tee und O-Saft.

Digging Deep

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Im Heinz Nixdorf MuseumsForum wurde vorgestern die Sonderausstellung „Digging Deep. Depotschätze in Szene gesetzt“ eröffnet. In sechs thematischen Räumen werden alte Schätzchen für Büro und Computer gezeigt, die sonst in der Dauerausstellung nicht zu sehen sind – das Ganze in einem künstlerischen Setting, das mir nicht nur gut gefiel, sondern dessen warme Ausleuchtung bei dunklem Hintergrund meine Augen sehr entspannte. Die Themenräume sind eher klein und darum außerdem angenehm zu betrachten, genau richtig, nicht zu viel. Meine Highlights waren die Flops der IT und die Computerspiele von früher, die man auf den zugehörigen zeitgenössischen Geräten tatsächlich spielen konnte.

Der Tag begann mit einem späten Frühstück aus Schmalzbroten, Pfefferbeißern und Gewürzgurken. Erst am frühen Nachmittag kam ich am Museum an, das über dem Eingang auf einem Banner für die Sonderausstellung warb. Der Ausstellungsflur wirkte zuerst wie ein dunkler futuristischer Tunnel, von dem die einzelnen Themenräume links und rechts abgingen. Drei Exponate fotografierte ich: Einen Nixdorf Beistelldrucker, das ist ein Nadeldrucker aus dem Jahr 1976, groß wie eine Flurkommode und ausgelegt für zwei parallele, aber unterschiedliche Formulararten. Dann ein Nixdorf Digifon, eine Art Festnetzsmartphone von 1987, und schließlich ein Computerspiel, das ich noch als Kind gespielt habe: Man ist eine Art Panzer in Form einer Tellermine und beschießt sich mit einer Phalanx unterschiedlicher Monster oder Wesen (kann sein, es ist Galaga, ich vergaß zu fragen). Das vierte Bild aus dem Museum bin ich am Schreibtisch der historischen Selfiewand, wo mich freundlicherweise ein junger Mann fotografierte. Auf der Rückfahrt beleuchtete die untergehende Sonne den Großen Viadukt. Wieder zu Hause gab es Maishähnchen mit Drillingen aus dem Römertopf, dazu Feldsalat.

Die Ausstellung Digging Deep geht noch bis zum 5. August 2018. 

Wanderfreundin zu Besuch

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Die Wanderfreundin kam dieses Wochenende zum ersten Mal seit meiner Einführung zu Besuch. Wir hatten das eigentlich für meinen Urlaub Anfang Januar geplant, mussten es aber verschieben, bis es jetzt endlich geklappt hat, inklusive Weihnachtsgeschenken und Wunderkerzen gestern Abend und dem gewünschten Ausflug zu den Externsteinen heute:

Morgens gab es im Pfarrhouse ein spätes Frühstück mit Schnittkäse und Knappwurst von den umliegenden Höfen, anschließend wurde ein Konzertbesuch bei Joan Baez in Köln geplant. Danach fuhren wir los zu den Externsteinen, wo auf dem Fußweg kurz vor dem Ziel ein Drachen aus einem Baumstamm am Wegesrand lauert. Mit einem kleinen Schlenker über den Wanderweg spazierten wir auf der Seeseite einmal um die Felsen herum, laut Tracker der Wanderfreundin bis wieder zum Parkplatz ziemlich genau vier Kilometer. Auf dem Rückweg schauten wir noch im Leonardo Outlet vorbei und nahmen uns dort Torte aus dem Café nebenan mit. Wieder zu Hause gab es dazu eine Tasse Tee.

Die Fotos in der Collage sind von uns gemeinsam
und die Wanderfreundin lässt schön grüßen.

Externsteine

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Kein Urlaub ohne Ausflug und das Schöne dabei ist, dass ich mich in meiner neuen Wohngegend kaum auskenne, sodass ich wirklich leicht zu überraschen bin, ohne weit fahren zu müssen. Von der äußersten Grenze unserer Kirchengemeinde bis zu den Externsteinen braucht man mit dem Auto zehn Minuten und bis zum Hermannsdenkmal noch einmal zehn, also vom Pfarrhouse aus eine halbe Stunde. Wer konnte ahnen, dass das so nah ist? Wenn auch in der Lippischen Landeskirche gelegen, aber irgendwas ist ja immer.

Wobei die B1 gefühlt in ganz Deutschland anzutreffen ist, selbst auf dieser Strecke. Die Externsteine sind in ihrer Erhabenheit ziemlich fascinosum et tremendum. Ich war regelrecht erleichtert, als ich das Kreuzabnahmerelief entdeckte und dankbar, keine „Atheistin“ zu sein. Auf dem Gelände vor den Felsen lag ein über 3,50 m langer und 30 cm x 40 cm dicker Holzbalken (ich hatte tatsächlich ein Maßband dabei) mit der Aufschrift: „Diese Menge Holz wächst in den Forsten des Landesverbandes Lippe in 2 Minuten nach.“ Ich habe lange nicht mehr etwas so Anschauliches gesehen. Weiter ging’s zum Hermannsdenkmal, wo man kurz vorher an der Hütte vorbeikommt, in der sein Architekt, Ernst von Bandel, von 1872 bis ein Jahr nach der Fertigstellung (also 1876) lebte. Das Denkmal fand ich schließlich im warmen Licht der letzten Sonnenstrahlen bei blauem Himmel und beginnendem Sonnenuntergang. Wieder zu Hause gab es Linsensuppe mit frischer Kohlwurst, der #NeoKater durfte beim Anrichten zusehen.

Heinz Nixdorf MuseumsForum

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Urlaubszeit ist Ausflugszeit ist Museumszeit, darum habe ich mich aufgemacht ins Heinz Nixdorf MuseumsForum, dem größten Computermuseum der Welt.
Groß ist es tatsächlich, so groß, dass mein Besuch eher dazu diente, mir einen Überblick für das nächste Mal zu verschaffen, denn da gehe ich auf jeden Fall wieder hin. Schön ist auch, dass es einen Audio- und Videoguide als App zum Herunterladen gibt. So kann ich einzelne Themen zu Hause vor- oder nachhören, vorausgesetzt ich finde meine Kopfhörer wieder, weil der Ton nur dort heraus kommt, damit man im Museum nicht nervt. Da hat also jemand nachgedacht, was an vielen weiteren Details der Ausstellung zu merken ist und das #HNFPB besonders gastfreundlich macht.

Hier die Fotocollage: Das Gebäude mit dem Springbrunnen davor, erste Station Bistro mit Tee, Keks, Erdbeermousse und Blick auf den japanischen Garten im Innenhof, Lochbänder an einer Jacquardmaschine, die Informatikerin Admiral „Amazing“ Grace Hopper, ganz viele programmierbare Winkekatzen, historische Radios und alte Handys, ein singender Roboter, der Filmzitate konnte, wieder daheim Käse-Lauch-Suppe als Abendessen.

Abtei Corvey

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Heute bin ich in die Kreisstadt gefahren, um mein Auto umzumelden. Dabei stellte ich fest, dass das Straßenverkehrsamt fast direkt neben Schloss Corvey liegt. Also bin ich anschließend hin, um mich umzusehen und ein paar Fotos zu machen:

Die alten und die neuen Nummernschilder; die Westfassade der Abteikirche und das Westwerk, das Welterbe der UNESCO ist, von innen mit den vier Säulen. (Man muss übrigens Eintritt bezahlen, wenn man in die Kirche möchte, separat oder via Gesamtticket.) In der Kirche selbst steht ein Barockaltar und auf dem Friedhof, der dazugehört, liegt Hoffmann von Fallersleben begraben.
Das nächste Bild zeigt meinen neuen Schotki in der Sakramentskapelle der Abteikirche. Den alten hatte ich letztes Jahr zu meinem großen Kummer nach 25 Jahren auf der re:publica verloren. Ein Follower bei Instagram verwies mich kürzlich an die Benediktinerinnen in Köln, die Gebetsschnüre knüpfen, dort habe ich den neuen bestellt.
Im Schloss fotografierte ich noch die Deckenmalerei im Kaisersaal mit der Hochzeit zu Kana und einen Raum der großartigen Bibliothek, in der die Dielen so laut knatschten, dass ich dachte, sie könnten einbrechen. Wieder zu Hause machte ich mir einen gemischten Salat mit einem Dressing aus Skyr.