Invocavit

Der erste Fastensonntag begann damit, dass ich die Sonntagsspeise auf Montag verlegt habe. Da war eigentlich ein Klausurvormittag vom Referat für Kommunikation und Fundraising geplant mit anschließendem Essengehen. Ich komme durch Corona noch seltener raus als ohnehin schon, darum wollte ich mit dem Termin für die Sonntagsspeise nicht an der falschen Stelle kleinlich sein.

Die beschriebene Sonntagsspeise am Montag mit dem Fastenkalender, der darum auch am 07. März aufgeschlagen ist.

Doch dann mussten wir die Klausur wegen einer Quarantäne kurzfristig verschieben, sodass ich mir statt dessen etwas Leckeres von einer recht neuen Pizzeria hier nach Hause liefern ließ: Drei Drumsticks mit Aioli, dazu vegane Pizzabrötchen mit einer Füllung aus Möhren und getrockneten Tomaten und einem Blumenkohl-Basilikum-Dip. Klingt abgedreht, schmeckte aber himmlisch.

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Esto mihi

Fastenzeit. Nachdem das Fasten im vorletzten Jahr wegen des Umzugs ausfiel und nach einer light Version im letzten Jahr wegen Corona, startete ich dieses Jahr wieder mit dem vollen Programm: Verzicht auf Alkohol, Fastfood, Süß- und Salzigkeiten bei einer moderaten Ausnahme jeden Sonntag.

Das Hungertuch, aufgehängt im Altarraum, dahinter drei sehr bunte Fenster.

Während im Februar langsam Vorfreude in mir aufstieg und ich anfing zu planen und meine Rezepte zu sortieren, war ich, als es Aschermittwoch zum Schwur kam, trotzdem ziemlich pissig:

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Ostern

Der Herr ist auferstanden,
er ist wahrhaftig auferstanden,
Halleluja!

Gabentisch mit Milka-Osterhase, Gin aus der Region, Wurst und Holundergelee vom Lieblingshofladen, CDs von Bob Dylan und Garth Brooks, ein Ostergruß und die brennende Osterkerze

Segen für einen gemeinsamen Weg

Gesegnet sei euer Hören und Reden,
euer Tun und Lassen,
euer Freigeben und Binden,
euer blindes Vertrauen und Nachfragen,
euer Kämpfen und Feiern,
eure Nähe und Distanz,
euer Infragestellen und Antworten,
euer Entscheiden und Warten,
euer Ja und Nein,
euer Sein und Werden.

Gernot Candeloni am 16. März 2021 im Fastenkalender.

Christus spricht: Ich war tot und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. Apk 1,18

Fastenzeit 2021
Fastenzeit 2019
Fastenzeit 2017
Fastenzeit 2016

Palmarum

Der Sonntag begann mit dem Zoom-Gottesdienst, den mein einer Kollege und ich gemeinsam mit einem Team vorbereitet hatten. Wir waren alle zusammen etwa 30 Leute, es hat gut geklappt und ich hab mich gefreut wie Bolle, dass wir das ausprobieren konnten. Ostersonntag feiern wir noch einmal, dann bin ich dran mit Predigen und der Kollege mit der Liturgie.

Meine Sonntagsspeise und der Fastenkalender mit der Sonntagsfrage: "Wer gibt mir einen Wink, wenn ich mich verrenne?"

Nach dem Gottesdienst hatte ich einen Bärenhunger! Ich kochte mir Nudeln mit Käsesahnesauce, in die ich diverse Handvoll Spinat, Cherrytomaten und gekochten Schinken warf.

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Iudica

Chickennuggets mit Curry und der "Sonntagsfrage" auf dem Fastenkalender: "Welcher Konflikt blockiert mich schon viel zu lange?"

Als Sonntagsspeise gab es Chickennuggets in Cornflakespanade, dazu ein Curry mit Kichererbsen und Spinat. Die Nuggets schmeckten außen nach Cornflakes und innen nach nichts. Am Mittwoch hatte ich Frikadellen aus selbst gewolfter Hähnchenbrust ausprobiert, die sehr viel besser waren. Experimente mit Nuggets können darum vorerst warten, ich mache erstmal mit Hackbällchen weiter.

Das Curry ist mir hingegen umso besser gelungen, was daran lag, dass es eine spontane Idee war. Folglich hatte ich keine angesagte oder irgendwie original importierte Currypaste zu Hause, sondern nur das übliche, einfache Currypulver aus dem Supermarkt, das ich auch sonst immer nutze. Und das war’s! So schmeckte es gut, jedenfalls meinem gutbürgerlich sozialisiertem Gaumen.

Curry wird es darum auf jeden Fall öfter geben. Ich finde das ein sehr vielseitiges Gericht und hatte mich schon länger gefragt, was ich eigentlich falsch mache, dass es mir nicht gelingt. Jetzt weiß ich es und esse andere Würzmischungen (außer Thaicurry Massamam, das geht) künftig lieber auswärts.

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Laetare

Als Sonntagsspeise gab es Kalbsgulasch, das ich noch eingefroren hatte, dazu Kartoffeln und Möhren vom Blech mit Salat. Die letzten Tage hatte ich abgehakt, ich wollte mit neuem Mut in die Woche starten. Zumal Wolfgang die kirchliche Twitteria am Dienstag Abend auf Zoom zum Plaudern eingeladen hatte. Da ich seit Monaten nicht mehr verabredet war, freute mich sehr darauf und hielt mir den Tag von Zusatzterminen frei. Doch ein Kamikazepilot am Morgen und eine fehlende Absprache am Nachmittag und meine Planung war dahin. Ich kam fix und foxy beim Abendzoom an. Glücklicherweise waren genügend Kollegen und Hauptamtliche da, die mir das nachfühlen konnten, sodass ich Zeit hatte runterzukommen und es doch noch ein schöner Abend wurde.

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Oculi

Als Sonntagsessen gab es Ragout aus Kohlrabi und Hühnchen und die Woche ging ohne besondere Vorkommnisse los. Das kippte in der Wochenmitte, was mich am Donnerstag und Freitag ziemlich aus dem Takt brachte. Ursache ist wieder Corona: Die Regeln werden für mein Verständnis erneut zu spät festgelegt. Vorausschauendes Planen wird dadurch von denen verhindert, denen es mit den Öffnungen nicht schnell genug gehen kann und deren Beweggründe mir nicht immer einleuchten, egal auf welcher gesellschaftlichen Ebene. Ich traf also weitere unliebsame Entscheidungen, um meine Beinfreiheit zurückzugewinnen. 

Auch das Fasten lief am Donnerstag und Freitag nur noch sehr mäßig. Keine stimmige Gesamtbilanz, dieses zu wenig, jenes zu viel. Wobei ich versucht habe, wenigstens einigermaßen am Ball zu bleiben, aber im Stress verliere ich einfach meinen Rhythmus. Ich hoffe, dass es jetzt wieder besser wird. Vierte Woche um.

Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück,
der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. Lk 9,62

Reminiscere
Invocavit
Esto mihi